Die Würde des Menschen nach katholischer Lehre

Die Würde des Menschen nach Alcuin (794 n.Chr.)
  1. Die Würde des Menschen wurde aus katholischer Sicht lange vor dem 2. Vatikanischen Konzil bereits 794 n.Chr. auf dem Konzil von Frankfurt durch Alcuin den Abt von Tours und theologischen Berater Karls des Großen verteidigt, gipfelnd in dem Satz:

    "Quia noluit Creator hominem cuiuslibet servum creare, quem ad imaginem suam fecit ..."
    (Weil der Schöpfer den Menschen, den Er nach Seinem Bilde geschaffen hat, nicht als Sklave von irgendjemandem erschaffen wollte ...)
    (Abbe Vincent Serralda, La Philosophie de la Personne chez Alcuin, Nouvelles Editions Latines, ISBN 2-7233-0045-5, Paris 1978, Seite 37).

  2. Dieser Würde entsprechend darf von einem Menschen kein Kadavergehorsam verlangt werden.
    Totale Unterwerfung des Verstandes und des Willens kann von einem Menschen nur erwartet werden, wenn es um eine von Gott geoffenbarte Wahrheit geht, aus katholischer Sicht also, wenn es sich um eine unfehlbare Lehre handelt, die im Glaubensschatz der Kirche, dem 'depositum fidei', enthalten is, d.h. als Dogma der Kirche definiert ist.

    In diesem Fall entwürdigt sich der Mensch nicht durch eine bedingungslose Unterwerfung, da er dem sich offenbarenden Gott glaubt, der sich nicht täuschen und andere nicht täuschen kann

    ("propter ipsius Dei revelantis, qui nec falli nec fallere potest", Dz. 3008).


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